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Deutschlands größte Spendenplattform

RESQSHIP e.V.

wird verwaltet von S. Seyfert

Über uns

RESQSHIP vereint eine Gemeinschaft aus ehrenamtlichen Helfer*innen und finanziert sich ausschließlich durch private Spenden. Der Verein wird durch erfahrene Seenotretter*innen getragen, von denen bereits ein Großteil seit 2015 im Mittelmeer im Einsatz waren.
Jeden Tag riskieren Menschen ihr Leben auf der Flucht nach Europa. Es existieren keine legalen Wege, über die bedrohte Menschen ihr Leben in Sicherheit bringen können, ohne sich gleichzeitig stark zu gefährden: Viele versuchen es entlang der Route über das Mittelmeer. Ein lebensgefährlicher Weg, bei dem die Fliehenden in unsichere Boote genötigt werden, die zur Überquerung des Meeres kaum taugen.
Das Militär und die Küstenwache haben die Seenotrettung massiv eingeschränkt. Die Hauptlast liegt heute bei den privaten Rettungsorganisationen. Doch es fehlen dringend zusätzliche Schiffe. RESQSHIP will hier unterstützen und Leben retten. Unser Ziel ist, die flüchtenden Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren.
Langfristig müssen auch die Ursachen der Flucht bekämpft werden, damit die Seenotrettung kein Dauerzustand wird.

Letzte Projektneuigkeit

2024 im Mittelmeer: Notlagen und Tod, Hoffnung und Leben

  S. Seyfert 

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Liebe Unterstützer:innen,

man lässt keinen Menschen ertrinken. Es könnte so einfach sein, wenn dieser Grundsatz beachtet würde, der nicht mehr ausdrückt als erwartbares, menschliches Verhalten. Wenn wir auf das Jahr 2024 – und auf die letzten zehn Jahre – blicken, müssen wir leider feststellen, dass dieser Ansatz der Menschlichkeit im Mittelmeer nicht hinreichend geachtet wird. Leid und Tod werden gesellschaftlich und politisch in Kauf genommen. Doch es gibt sie auch, die hoffnungsvollen Momente. Wir erleben sie, wenn wir mit der Nadir im Einsatz sind und Menschen in Not beistehen.
 
Danke für die Unterstützung
Bevor wir auf das Jahr 2024 zurückblicken, möchten wir herzlich Danke sagen für deine Unterstützung und dein Interesse an unserer Arbeit. RESQSHIP ist auf dich und deine Spenden angewiesen, um Menschen helfen und über die schlimme Situation im Mittelmeerraum berichten zu können. Aktuell befindet sich die Nadir in der Winterwerft, wo die Freiwilligen fleißig an Instandhaltungen und baulichen Verbesserungen arbeiten, damit wir unsere Hilfseinsätze im Frühjahr 2025 planmäßig fortsetzen. Auch wenn wir unser Segelschiff Nadir mit ehrenamtlichen Crews sehr kosteneffizient betreiben, benötigen wir Spenden und Förderungen.

Du kannst mit einer Fördermitgliedschaft einen monatlichen Beitrag in selbst festgelegter Höhe leisten, um uns finanzielle Sicherheit zu geben. Ein Menschenleben ist unbezahlbar – Seenotrettung nicht.

Rückblick auf das Jahr 2024 mit der Nadir im Mittelmeer
Im Jahresbericht 2023 haben wir beschrieben, wie schwer es uns angesichts der seit Jahren katastrophalen Lage fällt, das Erreichte positiv darzustellen oder gar von Erfolgen zu sprechen. Auch 2024 sind mindestens 2.273 Menschen im Mittelmeer ertrunken oder gelten als vermisst. Hinter jedem Fall steht ein einzelner Mensch, um den die Angehörigen und auch wir trauern.

Mit der Nadir versuchen wir in dieser Dauer-Notlage, dem Elend entgegenzuwirken und flüchtenden Menschen Hilfe zu leisten. 2024 waren wir 129 Tage im Einsatzgebiet. Dabei haben wir 60 Boote in Seenot versorgt. Etwa 2.461 Menschen konnten wir in diesem Jahr im zentralen Mittelmeer unterstützen.

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Hilfe nicht immer rechtzeitig – Todesfälle im ersten Halbjahr
Nach intensiven Arbeiten der Werftcrew und der Crew 1 - u.a. wurde ein neuer Motor eingebaut - konnte mit etwas Verzögerung im April 2024 die Crew 2 der Nadir zum ersten Mal in das Einsatzgebiet starten. Sie versorgte sechs Boote, die auf der Flucht vor Kriminalisierung und rassistischen Hetzjagden in Tunesien abgelegt hatten, und eines aus Libyen. In einem Fall konnte unsere Crew ein Holzboot evakuieren und zwei Bewusstlose aus dem unteren Deck medizinisch versorgen. Für einen jungen Mann, der von den Mitreisenden Salam genannt wurde, kam die Hilfe jedoch zu spät. Er konnte nur tot geborgen werden.

Für Crew 3 begann der Einsatz im Mai. Sie konnte fünf Boote in Seenot unterstützen, von denen eines vor ihren Augen während der Evakuierung durch die italienische Küstenwache binnen Sekunden sank. Mit vereinten Kräften konnten alle 45 Schiffbrüchigen gerettet werden. Im Juni half Crew 4 fünf Booten und machte dabei leider die schreckliche Entdeckung im unteren Deck eines Holzboots, wo sich zwölf Menschen befanden. Zehn von ihnen waren bereits tot. Die Crew konnte eine zusätzliche Öffnung schaffen und zwei Bewusstlose aus dem Wrack bergen. Auf der Nadir wurden beide medizinisch versorgt und später an die italienische Küstenwache übergeben. Das Boot mit den zehn Leichen brachte die Nadir nach Lampedusa, wo um sie getrauert werden konnte.
 
Dramatische Rettungen und herausfordernde Einsätze im Jahresverlauf
Crew 5 unterstützte im Juli sechs Boote in Seenot. In einem Fall kam sie gerade noch rechtzeitig, als 21 Menschen bereits im Wasser trieben, nachdem ihr Boot untergegangen war. Ein Handylicht, das eine der Personen aus dem Wasser hochhielt, sorgte dafür, dass sie in der Nacht gefunden und alle an Bord der Nadir versorgt werden konnten. Herausfordernd waren auch die zehn Einsätze für Crew 6, die häufig unter erschwerten Bedingungen in der Nacht oder tagsüber bei großer Hitze stattfanden.

Als nächstes erlebte Crew 7 die Folgen der europäischen Grenzpolitik, während sie acht Boote aus Libyen und Tunesien versorgte. Als Menschen in ihrer Not ein Schiff der italienischen mit der brutal agierenden, sogenannten libyschen Küstenwache verwechselten, brach Panik aus und etwa 40 von ihnen stürzten ins Wasser. Im September konnte Crew 8 elf Booten beistehen und dazu beitragen, dass die Menschen, darunter mehrere Kleinkinder, ihre gefährliche Überfahrt überlebten. Dabei wurde unsere Crew zwei Mal aggressiv von der sogenannten libyschen Küstenwache bedrängt.

Im Oktober gelang es Crew 9 trotz teils widriger Wetterbedingungen, drei Booten in Not Hilfe zu leisten. Der Freibord des ersten Boots aus Metall befand sich nur wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche. Für Crew 10 im November bedeutete der neue Deal zwischen Italien und Albanien, der bewirken soll, dass Flüchtende nicht in Italien sondern in dafür errichteten Lagern in Albanien aufgenommen werden, eine zusätzliche Ungewissheit. Die Nadir bezeugte zudem illegale Rückführungen und versorgte fünf Boote mit Menschen in Not.

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Ausblick auf die Entwicklung im Jahr 2025
Mit Sorge blicken wir auf die politische Entwicklung in Europa. Immer weniger bleibt im Fokus, dass flüchtende Menschen individuelle Rechte haben. Immer mehr liegt die Betonung auf Abschottung und Abgrenzung. Wir möchten mit unseren Berichten darauf einwirken, dass die Menschenrechte geachtet werden und wir in Europa nicht wegsehen, wenn Menschen an unserer Außengrenze ertrinken. Wir fordern sichere, legale Fluchtwege und nachhaltige politische Lösungen, damit die jahrelange Notlage endet.

Hoffnung machen uns die Begegnungen mit den Menschen, die wir auf ihrer Flucht begleiten. Kraft gibt uns die Solidarität, die wir im Austausch bei Veranstaltungen, in sozialen Medien oder durch Spenden erfahren dürfen.

Bitte unterstütze uns weiterhin, folge unseren Berichten oder hilf mit deiner Spende pünktlich zum Jahresende. Nur gemeinsam können wir Nothilfe leisten.

Wir wünschen dir und deinen Lieben alles Gute für das Neue Jahr, viel Zufriedenheit und stetige Gesundheit für 2025.
 
Im Namen des RESQSHIP-Teams sende ich herzliche Grüße
 
Stefen
Vorsitzender des Vorstands von RESQSHIP e.V.

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