Die Idee ist schon alt: Seit 2005 suchten wir in Greifswald nach einem Ort, um uns von dort aus in die Zivilgesellschaft hier in Vorpommern und einzubringen. Nach langer Auseinandersetzung mit dem Investor und der Stadt konnten wir 2013 endlich die STRAZE kaufen und loslegen. Wir sind eine Gruppe von c.a. 30 Menschen zwischen einem und 55 Jahren.
Wir wollen ein anderes soziales Miteinander im Haus ausprobieren, etwas davon in die Stadt hineintragen. Und so die Region gestalten. Wir wollen einen Ort schaffen, in dem Initiativen langfristig einen Platz finden und von dem aus wir mit unseren Themen Menschenrechte, Anti-Rassismus, Ökologie, globale Gerechtigkeit wirken und uns möglichst effektiv gegen den Rechtsruck wenden können. Mit der STRAZE bauen wir auch an einem selbstverwalteten Veranstaltungsort. Es soll ein Raum entstehen, an dem sich Menschen wohlfühlen, unabhängig von Alter, Herkunft oder Portemonnaie.
Das besondere an der STRAZE ist, dass sich in dem Haus ganz verschiedene Ideen miteinander verknüpfen können. Es wird ein Wohnprojekt, offene Werkstätten, ein Café, einen Seminarbereich, Initiativenräume und -büros sowie ein Café mit Außenbereich im Garten geben. Herzstück des Hauses ist der große Saal in dem von Theater über Konzerte, Feste, Ausstellungen und Sport abseits von kommerziellen Interessen vieles stattfinden kann. Weil das alles auch beheizt werden muss, sammeln wir jetzt Spenden.
Das Haus hat schon eine lange Geschichte. 1848 wurde es als "Gesellschaftshaus zum Greif" erbaut. Aus der Zeit in der einmal ein Elefant auf der Bühne stand und das preußische Theater sich über diesen kulturellen "Wildwuchs" beschwerte existieren noch Wandmalereien im Foyer. Danach gehörte das Haus lange Jahre der Universität, bot Platz für Flüchtlinge nach dem zweiten Weltkrieg, für Sportkurse, studentische WGs und Theater. Viele Greifswalder*innen verbindet eine eigene Erinnerung mit dem Haus. Daran möchten wir anknüpfen.
Als wir die STRAZE gekauft haben, war es nahezu zu einer Ruine geworden. Fast sieben Jahre Lehrstand hatten ihre Spuren hinterlassen.
Und so sieht es heute aus: Wir haben unzählige Kubikmeter Schutt aus dem Haus geschleppt, Gebäudeteile abgerissen, Boden ausgehoben und Balken entfernt und letztendlich irgendwann mit dem Aufbau angefangen. Das Haus hat ein neues Dach, ein neues Fundament, der Schwamm ist aus Deckenbalken und Fachwerk entfernt werden. Wir haben Darlehen, Förderungen und Spenden eingeworben und laden schon jetzt immer wieder zu großen und kleinen Veranstaltungen ein, um einen Vorgeschmack von dem, was wir vorhaben zu bekommen.
Von diesem riesigen Berg an Arbeit, haben wir schon richtig viel geschafft, viele Menschen bauen mit uns und unterstützen uns. Wir sind beinahe selbst erstaunt, dass wir im Frühjahr nun endlich einziehen werden.
Mehr über uns in dem kleinen Film: vimeo.com/190984051.