Sansibar ist eine im Indischen Ozean gelegene Inselgruppe und gehört als halbautonomer Teilstaat zu Tansania. Obwohl dieser ostafrikanische Staat als politisch stabil gilt, hat er dennoch mit etlichen Problemen zu kämpfen. Allen voran Armut und schlechte Versorgung in den Bereichen Bildung und Gesundheit gehören zu den Hauptproblemen.
Im Jahr 2010 besuchte ich im Rahmen eines Austauschprogrammes für Lehrer die Hauptinsel Unguja auf Sansibar. Insgesamt blieb ich zehn Monate auf dieser Insel und in dieser Zeit musste ich mindestens zehn Mal ein Krankenhaus aufsuchen. Die Gründe waren vielseitig: Kopf- und Gliederschmerzen (kann ein Symptom für Malaria sein), Schwindel, Bluthochdruck etc. Doch jedes Mal konnte ich ohne Probleme in ein Krankenhaus gehen und mich dort behandeln lassen, zumal ich die Krankenhauskosten (die für unsere Verhältnisse nicht hoch sind) ohne Weiteres vor Ort bezahlen konnte. Diesen Luxus haben die allermeisten Einheimischen auf der Insel aber nicht. Zwar ist ein Besuch in einem staatlichen Krankenhaus für die sansibarische Bevölkerung kostenlos, doch gilt dies nicht mehr, sobald es zu einer Behandlung kommen sollte. Das heißt: Eine einheimische kranke Person kann einen Arzt aufsuchen. Dieser kann sich den Patienten anschauen und mit ihm sprechen. Doch sobald der Arzt in Form einer Behandlung aktiv wird (hier reicht es schon, wenn er Handschuhe anzieht) fallen Kosten an. Und diese Kosten können sich viele Sansibaris schlichtweg nicht leisten.
Und hier benötigt unser Verein „Hilfe für Sansibar e.V.“ eure Unterstützung. Unseren Verein gibt es bereits seit 10 Jahren und leistet in erster Linie Hilfe zur Selbsthilfe. Unterstützt werden sowohl junge Menschen, die einen erfolgreichen Schul- bzw. Universitätsabschluss erreichen möchten als auch Erwachsene, die ein eigenes Geschäft aufbauen möchten. In jedem Fall ist das Ziel, früher oder später ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.
Doch auch hier stößt die Unterstützung auf ihre Grenzen, sobald eine Person schwer erkrankt. Wie bereits oben beschrieben, kostet eine Krankenhausbehandlung viel Geld. Wenn etwa ein Schulkind gezwungen ist, den Schulbesuch aufgrund einer langwierigen Krankheit zu unterbrechen, so muss das Schuldgeld weiterhin bezahlt werden. Für eine medizinische Behandlung reicht dieses Geld aber nicht mehr aus. Das ganze Projekt steht somit auf der Kippe. Die einzige Lösung ist es, dem Kind schnell und unkompliziert eine Behandlung im Krankenhaus oder beim Arzt zu ermöglichen.
Daher ist die Idee unseres Vereins, einen Topf zu schaffen, in dem Gelder für medizinische Notfälle gesammelt werden. In erster Linie sollen die von unserem Verein unterstützten Menschen abgesichert werden. Optimal wäre es natürlich, wenn genug Geld im Topf vorhanden wäre, sodass auch anderen Menschen geholfen werden kann, wenn ein medizinischer Notfall ihren Lebensträumen einen Strich durch die Rechnung macht.
Chadi Youkhanna von Hilfe für Sansibar e.V.